Wer jetzt schon länger bei unserer Challenge dabei ist, denkt sich vielleicht: endlich sind wir beim Kleiderschrank! Andere wiederum haben Angst vor der Vorstellung, sich mit den Untiefen des eigenen Kleiderschranks zu konfrontieren. Ich jedenfalls freu mich schon sehr, dass wir uns nun endlich um dieses vermeintliche „Fass ohne Boden“ kümmern.

Zumindest scheint es mir oft so zu sein, dass mein Kleiderschrank ein solches Fass ohne Boden ist. Seit Jahren kommt immer mehr dazu, weniges wurde ausgemustert. Und immer noch schaffe ich es, etwas Neues noch dazu reinzustopfen.

Manchmal kommt auch plötzlich wieder etwas zum Vorschein, dass ich schon vergessen hatte. Aber es passiert auch, dass andere unbedingt notwendige Kleidungsstücke vom Schrank plötzlich verschluckt werden und auf lange Zeit in irgendeiner Zwischenwelt verschwinden. Bis sie dann plötzlich wieder auftauchen. Oder für immer verschwunden bleiben. Diese Kleidungsstücke sind dann vielleicht in dem Universum, in dem auch die einzelnen Socken abhängen.

Wundersame Vorgänge also, wenig Übersicht und daraus resultierender Aufwand und Widrigkeiten. Das soll sich nun ändern.

Less is more.

Ich habe mir aus gegebenem Anlass die beste Fachliteratur beschafft und mich aus verschiedenen Quellen über die besten Methoden schlau gemacht: Hier liefere ich nun meine persönliche Zusammenfassung:

Wie schon beim Schreibtisch betont: entrümpeln braucht Zeit und man sollte sich den geeigneten und notwendigen Zeitraum reservieren. In meinem Fall wähle ich einen ganzen Tag an einem Wochenende. Neben der Zeit braucht man auch Platz.

Es wird empfohlen, den gesamten Inhalt des Schrankes bzw. der Schränke auszuräumen. ALLES muss raus und wird im Raum aufgelegt. Der Schrank soll bei der Gelegenheit innen und außen gut gereinigt werden.

Man beschaffe sich 4 Kisten/Taschen oder im Raum werden 4 Bereiche festgelegt:

  • Wegwerfen
  • Würdigen
  • Weitergeben
  • Unentschieden

Nun wird jedes Teil einer der vier Kategorien zugeordnet.

Wie immer beim Entrümpeln ist die wichtigste Kategorie WEGWERFEN. Dabei gibt’s die Empfehlung, sich folgende Frage zu stellen: „Möchte ich dieses Kleidungsstück aufbewahren?“ Diese Frage ist für uns Menschen leichter zu beantworten, als die Frage „soll ich es wegwerfen?“

Die Guten ins Töpfchen.

Aufbewahrt wird nur was schön, gut passend, funktional oder nützlich ist. Kleider die man seit Jahren nicht getragen hat, die auf einen speziellen Anlass warten (der wahrscheinlich nie passiert), bis man es endlich mal tragen könnte, Kleidungsstücke in die man wieder „reinschrumpfen“ möchte oder die einfach zu nichts dazu passen, Kleidungsstücke die in die Kategorie „Fehlkauf“ einzuordnen sind, weil sie einem einfach nicht passen – all das wird heute ausgemustert!

Alles was demzufolge aufbewahrt werden soll, kommt in die Kiste WÜRDIGEN oder wird gleich wieder in den Schrank zurück geräumt.

Die Schlechten ins Kröpfchen.

Die Teile, die nach den obigen Kriterien nicht behalten werden, werden in die Kategorien WEGWERFEN und WEITERGEBEN aufgeteilt. Weitergegeben werden nur schöne, tadellose Sachen, die andere bestimmte Personen gut brauchen können und denen damit eine Freude gemacht werden kann.

Die Kategorie WEGWERFEN soll sofort weggebracht werden. Man kann die Sachen zu einem Altkleidercontainer oder zu Kleidersammelstellen wie CARLA bringen. Dort werden die Sachen auch noch einer sinnvollen Weiterverwendung zugeführt.

Es gilt zu vermeiden, dass die Kategorie WEGWERFEN noch eine Existenz im Keller oder in einem Abstellraum weiterführt. Solange man die Dinge nicht aus dem Haus schafft, wird Energie damit gebunden und das ist nicht gut. Gehe den Weg des Entrümpelns konsequent bis ans Ende!

Wer Probleme hat beim Weggeben von Sachen die ursprünglich sehr teuer waren, sollte sich auch von dieser Last befreien: Freu Dich darüber, dass Du es Dir damals wert warst, ein so teures Stück zu kaufen, bedanke Dich bei Dir selbst – und lass es los.

Unentschieden.

Falls man sich gar nicht entscheiden kann, ob man etwas aufbewahrt oder weggibt, kann man auch ausnahmsweise einen Zwischenschritt machen. In die Kategorie UNENTSCHIEDEN kommt alles, was den Kriterien „schön“ und „brauchbar“ nicht eindeutig zuzuordnen ist, Die Schachtel wir verschlossen und mit Datum versehen. Wenn man nach einem Jahr diese Kiste nicht geöffnet hat, kann man die Schachtel getrost weggeben.

Die Sachen die man in die Kategorie WEITERGEBEN eingeordnet hat, kann man an Schwestern, Freundinnen, Haushaltshilfen, usw oder in Secondhandläden oder in Willhaben weitergeben.

Die meisten Experten empfehlen, hier nicht zu viel Aufwand zu treiben. Sachen in Willhaben anzubieten ist doch recht aufwändig und man muss sich genau überlegen, ob sich das wirklich dafür steht. Sinnvoll ist das eventuell nur, wenn es sich um besondere oder teure Stücke handelt.

Let’s party!

Manche Leute veranstalten „Kleiderparties“ und laden dazu Freundinnen ein. Mit Prosecco und guter Laune wird probiert und gustiert. Die ganze Sache ist natürlich noch lustiger, wenn alle Besucher auch ihre „Weitergeben“-Kategorie mitbringen und so eine noch größere Vielfalt beim Weitergeben und tauschen entsteht. Ich erwähne das hier, weil es mir gefällt, dass die Sachen, die man weggibt, anderen noch Freude machen und wertgeschätzt werden. Ein verantwortungsbewusster und nachhaltiger Umgang mit unseren Ressourcen ist eine wertvolle Sache.

Man muss natürlich an dieser Stelle anmerken, dass eine solche Aktion zwar lustig sein mag und eine nachhaltig gute Geisteshaltung unterstützt, aber dem Gedanken des Entrümpelns nicht zuträglich ist. Man sollte es tunlichst vermeiden, dass auf diesem Weg neues „Gerümpel“ in seinem Kleiderschrank landet!

Gefeiert wird in jedem Fall!

Wenn Du alle Deine Sachen einer der vier Kategorien zugeordnet hast, weggebracht hast, wieder schön und übersichtlich in Deinen Schrank eingeordnet hast, Dein Zimmer und Dein Schrank wieder frei von Gerümpel und Zeug ist, dann heißt es: GENIESSEN.

Toll, Du hast es geschafft! Viel Freude über die neue Übersichtlichkeit und Leichtigkeit. Genieße die frische Energie!