Sonntag, 5. April 2020, Hausarrest Tag 22

Liebes Tagebuch!

Heute bin ich wieder auf der positiven Seite der Ambivalenz. Das Glas ist halb voll.

Der Tag beginnt sehr motiviert: ich stehe sehr früh auf und nehme an einer groß angelegten Meditation für Gesundheit und zum Wohle aller Wesen teil.

Normalerweise schlafe ich an Sonntagen gerne länger und freue mich dabei so richtig, dass das Kind schon lange rausgewurschtelt ist und kann dann seine Teenager-ich-schlaf-bis-zum-frühen-Nachmittag-Gewohnheiten viel gelassener hinnehmen.

Durch die Energiemeditation gestärkt, bemerke ich die Kraft in mir, eines dieser lange vor sich hergeschobenen Projekte angehen zu wollen: wir malen die Küche aus!

Den lieben Gatten überrasche ich damit ziemlich, aber er arbeitet sich rasch ein in den Plan. Nachdem wir festgestellt haben, dass die vor 3 Jahren genau für dieses Projekt angeschaffte Farbe immer noch ok ist, geht’s auch schon los.

Letztendlich große Freude: nach 5 Stunden ist alles super fertig, schön weiß, sauber und geputzt. Voll die Freude im häuslichen Biedermeier.

Ich möchte jetzt eigentlich gar nicht daran denken, wie viele Stunden wir damit verbracht haben, zu diskutieren, ob, wann, wer, wie….. das Ausmalen der Küche erfolgen soll, oder doch nicht jetzt, nicht von uns selbst, überhaupt gar nicht …..

Bei aller Ambivalenz bezüglich der Notwendigkeit und konkreten Ausprägungen der Corona-Maßnahmen habe ich mir ja eines ganz besonders vorgenommen: alle alten, unerledigten Projekte, die in dieser Zeit des Hausarrests nicht erledigt werden, werden endgültig als hoffnungslose Fälle von der Agenda gekippt.

Dazu stellen sich aber natürlich sofort wieder ambivalente Gefühle ein: Motivation und Überforderung. Schon wieder was zum Thema Selbstmanagement in der Krise.

Seien wir gespannt, wie das noch weiter geht.

Bis morgen hier in diesem Blog, stay well and stay tuned!