Sonntag , 22. März 2020, Hausarrest Tag 8

Liebes Tagebuch!

Dieser Sonntag ist so verlaufen, wie wir ihn selten erleben. Meine Männer meinen: wie “sie” – also ich – ihn uns selten vergönnt!

Wohltuend, faul, einen Tag vergehen lassen, einfach so ein bisschen vergammeln, nichts vorhaben und nichts richtig machen müssen.

Ich gestehe, unter normalen Umständen halte ich solche Tage schlecht aus, habe zumindest ein sehr schlechtes Gewissen. Man muss doch was machen! Wir machen einen Ausflug, wir treffen Freunde zum Wandern; wir gehen ins Museum, ins Theater, zumindest ins Kino; wir gehen im Minimum in den Prater spazieren, wenn uns sonst schon gar nichts einfällt.

Beim Abendessen wundern wir uns, wie unaufgeregt, angenehm und rasch dieser Tag vergangen ist. Ein Geschenk, das uns diese Krise macht: es ist das Gefühl, endlich mal wieder Zeit zu haben; Zeit dafür zu haben, dass einfach „nichts“ ist.

Die Kunst ist es auch, Geschenke zu erkennen, wenn sie einem dargeboten werden; wenn sie einfach da sind und man sie nur annehmen können muss.

Seien wir gespannt, wie das noch weiter geht.

Bis morgen hier in diesem Blog, stay well and stay tuned!